LZ-Weihnachtsaktion
Verlust der Eltern, Missbrauch, viel Verantwortung: Auch junge Menschen erleiden Schweres und geraten in Not

Die LZ-Weihnachtsaktion unterstützt unter Tausenden von Menschen auch viele Jugendliche in schwierigen Situationen. Wir zeigen dies anhand von fünf Beispielen.

Arno Renggli
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Junge Menschen leiden genauso unter Schicksalsschlägen und schwierigen Situationen, können sich aber in der Not oft weniger Gehör verschaffen.

Junge Menschen leiden genauso unter Schicksalsschlägen und schwierigen Situationen, können sich aber in der Not oft weniger Gehör verschaffen.

Symbolbild: Getty

Wir haben darüber berichtet, wie wir Familien helfen. Oder betagten Menschen, denen oft materielle Not und soziale Isolation drohen. Wenn sie etwa ihren Partner verloren oder einen gesundheitlichen Schicksalsschlag ­erlitten haben. Unter den rund 2500 Hilfsgesuchen, die wir für dieses Jahr bis jetzt schon erhalten haben, betreffen aber auch viele direkt junge Menschen. Stellvertretend stellen wir Situationen von fünf ­Jugendlichen vor.

Sie hat Vater und Mutter durch Unfall verloren

Die 16-jährige Luzernerin Anna (alle Namen der Red. bekannt) hat dieses Jahr durch einen tragischen Unfall ihre Eltern verloren. Noch immer ist sie daran, diesen schockierenden Verlust zu verarbeiten. Derzeit lebt sie bei ihrem älteren Bruder, der ihr eine wichtige Stütze ist. Anna hält sich sehr tapfer, absolviert derzeit ein Praktikum in einer Kita und wird von der Leiterin sehr gelobt. Und sie hat eine Lehrstelle gefunden, die sie nächstes Jahr antreten wird. Für den Arbeitsweg braucht sie ein ÖV-Abo, das sie wegen ihrer ­äusserst bescheidenen Finanzen nicht selber bezahlen kann. Ehrensache, dass die LZ-Weihnachtsaktion hier einspringt. Und so auch ihren mutigen Blick in die Zukunft wertschätzt.

Kindheit von der Sucht der Eltern geprägt

Der heute 17-jährige Zuger Lukas hatte eine schlimme Kindheit. Seine Eltern sind bis heute drogenabhängig und vor allem mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Lukas wurde immer schwer vernachlässigt und oft auch miss­handelt. Schliesslich kam er in ein ­Jugendheim. Er hatte einige Zeit grosse Schwierigkeiten, etwa in der Schule. Danach fing er sich auf, auch seine ­Noten wurden besser, mit Stolz hat er im Herbst eine Lehre gestartet. Für die Berufsschule brauchte er ein taugliches Notebook, das er nicht selber bezahlen konnte. Die LZ-Weihnachtsaktion hat das übernommen und ihm so eine grosse Freude gemacht. Inzwischen ist er noch selbstständiger geworden und meistert sein Leben mit Bravour.

Sie schaut zur Mutter und zum Bruder

Ebenfalls eine beeindruckende Persönlichkeit ist die 15-jährige Sofia aus dem Kanton Nidwalden. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder zusammen. Da die Mutter psychisch krank ist, kümmert sich Sofia um vieles, vor allem auch um den Bruder, und hat den Haushalt im Griff. Ab und zu kommt sie an ihre Grenzen, aber sie rappelt sich immer wieder auf. Und sie schlägt sich auch in der Schule gut. Ihr Berufsziel ist es, Anwältin zu werden. Und zwar eine, die sich für Schwächere einsetzt. Aufgrund der ganzen Belastung und des kaum vorhandenen Familienbudgets kann sie wenig an Aktivitäten ihrer Kolleginnen teilnehmen. Wir helfen ihr mit einem Beitrag, um wenigstens diesen Druck zu lindern und unsere Wertschätzung für ihr Engagement zu zeigen.

Häusliche Gewalt und Trennung der Eltern

Der 15-jährige Luzerner Luca hat häusliche Gewalt erlebt, wegen der sich seine Eltern schliesslich getrennt haben. Zunächst lebte er beim Grossvater. Als dieser ihn nicht mehr betreuen konnte, kam er zu einer Pflegefamilie. Er hat sich sehr positiv entwickelt, macht eine kaufmännische Lehre und hat nun ­sogar das Angebot erhalten, die Berufsschule zweisprachig machen zu können. Dafür wäre ein längeres Praktikum in der Westschweiz vorgesehen. Da er dort aber keinen Lohn erhalten wird, ist die Teilnahme gefährdet. Die LZ-Weihnachtsaktion beteiligt sich mit einem Beitrag an den Lebenskosten in dieser Zeit. Und hilft mit, Luca dieses sinnvolle Unterfangen zu ermöglichen.

Vom Stiefvater missbraucht

Traumatisches musste die 13-jährige Luzernerin Emma in ihrer Kindheit erleben. Sie ist von ihrem Stiefvater missbraucht worden. Heute lebt sie alleine mit ihrer Mutter. Bei der Verarbeitung des Geschehenen hilft ihr das Zeichnen. Sie macht ganz unterschiedliche Bilder, fröhliche und traurige. Emma wünscht sich nun ein iPad, auf dem sie die Zeichnungen abspeichern, mit dem sie an ihnen weiterarbeiten und das sie immer mitnehmen kann. Ihre alleinerziehende Mutter kann dies nicht finanzieren. Emma selber hat schon 100 Franken dafür gespart. Den Rest übernehmen wir und machen ihr mit einem bescheidenen Betrag eine riesige Freude. Es soll auch ein Zeichen sein, dass sie und ihre Mutter in dieser schweren Situation nicht alleine gelassen werden.

Dank Spenden unserer grossherzigen Leserinnen und Leser können wir vielen jungen Menschen helfen.