Einfache Anfrage
SVP-Parlamentarier fordert: Auch die Gossauer Aussengebiete sollen ans Glasfasernetz angeschlossen werden

Das Glasfasernetz in Gossau ist fertiggestellt. Das Projekt schliesst um knapp sechs Millionen Franken besser ab als erwartet. SVP-Stadtparlamentarier Markus Rosenberger will vom Stadtrat wissen, ob eine mögliche Erschliessung der Aussengebiete durch die Differenz aus den Minderinvestitionen zum Baukredit finanziert werden könnte.

Perrine Woodtli
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In Gossau ist das Glasfasernetz fertiggestellt. 96 Prozent der Bevölkerung und der Büros sind erschlossen.

In Gossau ist das Glasfasernetz fertiggestellt. 96 Prozent der Bevölkerung und der Büros sind erschlossen.

Bild: Keystone/Gaëtan Bally

Das Glasfasernetz der Stadt Gossau ist nach acht Jahren Bauzeit fertiggestellt. Ende Oktober feierten die Stadtwerke dies mit einem Fest. Diesem blieb die SVP-Fraktion geschlossen fern. Der Grund: Die Partei habe sich von Beginn an gegen diese «millionenschwere Geldvernichtungsaktion» ausgesprochen. Die Nutzungszahlen, die die damals zuständige Stadträtin Gaby Krapf versprochen hatte, seien nicht annähernd erreicht. Diese Vorwürfe liess Krapf nicht gelten. «Von einem Rohrkrepierer zu reden, ist unqualifiziert», sagte sie gegenüber dieser Zeitung – und verteidigte das «zukunftsweisende Projekt».

Das Glasfasernetz beschäftigt die Gossauer Politik nun weiterhin: SVP-Fraktionspräsident Markus Rosenberger hat kürzlich eine Einfache Anfrage dazu eingereicht.

Nicht alle profitieren von neuer Infrastruktur

In seinem Vorstoss «Glasfasernetz – Mission completed?» schreibt Rosenberger, dass das Investitionsprojekt gemäss Mitteilung der Stadt mit rund 9,9 Millionen Franken abgerechnet wurde. Damit werde der vom Stimmvolk im September 2013 bewilligte Baukredit von 15,8 Millionen Franken um mehr als 30 Prozent unterschritten. Ausschlaggebend für die Einsparung sei die Nutzung von Synergien beim Netzausbau.

Markus Rosenberger, Fraktionspräsident der SVP.

Markus Rosenberger, Fraktionspräsident der SVP.

PD

Die Aussengebiete seien in der Abstimmungsvorlage von 2013 bekanntlich nicht Teil des definierten Versorgungsgebietes gewesen, heisst es weiter im Vorstoss. Dadurch könnten rund vier Prozent der Grundeigentümerinnen und -eigentümer immer noch nicht von der in Aussicht gestellten, flächendeckenden Infrastruktur profitieren.

Verhandlungen mit Swisscom wieder aufnehmen

In seiner Antwort zur Interpellation der SVP-Fraktion von Anfang Jahr habe der Stadtrat die Nichterschliessung der Aussengebiete unter anderem mit der Tatsache begründet, dass die Kosten einer Erschliessung nicht wirtschaftlich seien. «Dem Vernehmen nach kann sehr wohl mit der Swisscom verhandelt werden, dies zeigen Projekte in anderen Gemeinden auf», schreibt Rosenberger. Durch den nun um knapp sechs Millionen Franken besseren Abschluss des Projekts stellten sich ihm mehrere Fragen.

Der SVP-Fraktionspräsident will vom Stadtrat wissen, ob dieser bereit ist, mit der Swisscom nochmals Verhandlungen aufzunehmen, um auch die Aussengebiete und somit ganz Gossau und Arnegg flächendeckend zu erschliessen. Weiter will Rosenberger erfahren, ob der Stadtrat bereit ist, eine mögliche Erschliessung der Aussengebiete durch die Differenz aus den Minderinvestitionen zum Baukredit zu finanzieren. Abschliessend will er wissen, welchen Zeithorizont der Stadtrat für eine flächendeckende Glasfaser-Erschliessung als realistisch erachtet.