WEinfelden
Shuffleboard – Einblick in eine aussergewöhnliche Sportart

Vier Weinfelder haben einen Shuffleboard-Club gegründet. Der Sport ist unbekannt, doch wer ihn einmal spielt, wird süchtig, sagen die vier Freunde. Einen Einblick in die Welt des Tischcurlings.

Sabrina Bächi
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Die vier Gründer des Shuffleboard-Clubs Weinfelden: Remo Thoma, David Wirth, Sandro Kradolfer und Pascal Thoma.

Die vier Gründer des Shuffleboard-Clubs Weinfelden: Remo Thoma, David Wirth, Sandro Kradolfer und Pascal Thoma.

Bild: Sabrina Bächi

Angefangen hat alles auf dem Parkettboden. Mit Klebeband haben Sandro Kradolfer und Pascal Thoma den Fussboden in ein Spielfeld verwandelt, um ihren Freunden zu zeigen, wie man Shuffleboard spielt. Shuffle-was? Shuffleboard ist eine Sportart, die vor allem in skandinavischen Ländern, England und den USA gespielt wird. Auf einer Reise durch Schweden haben denn auch Kradolfer und Thoma das sogenannte Tischcurling in einer Bar kennen gelernt. Vom ersten Moment an sind sie begeistert und auch die Freunde zu Hause finden Gefallen.

Heute gibt es einen Verein, ein Clublokal und einen richtigen 3,6 Meter langen und 74 Zentimeter breiten Shuffleboardtisch. «Es gibt fixe Masse für die Tische, diese Variante ist die kleinste offizielle Grösse», sagt Sandro Kradolfer. Sein Vater ist Schreiner und hat den Tisch für den Verein gebaut. Im Mai 2020 haben Kradolfer und Thoma gemeinsam mit David Wirth und Remo Thoma den Shuffleboard-Club Weinfelden gegründet. «Wir dachten, wir werden vielleicht fünf weitere Mitglieder finden, aber mittlerweile sind es über 40», sagt Pascal Thoma.

David Wirth führt das Präsidium, Remo Thoma ist Kassier, Pascal Thoma Aktuar und Sandro Kradolfer kümmert sich um den Tisch und die Website. Er ist unter anderem dafür verantwortlich, dass der Tisch immer schön gewachst ist. Nur mit dem körnigen Shuffle-Wachs, Mais mit Silikon, das ein bisschen aussieht wie trockene Polenta, funktioniert das Tischcurling überhaupt.

Einfache Spielregeln

«Die Spielregeln sind sehr einfach», sagt Remo Thoma. «Alle können es spielen, man kann es nämlich nicht wirklich üben.» Der schwarze Puck ist wie beim Curling der Stein. Diesen muss man über den Tisch schiefern lassen. Dazu dient eben das körnige Wachs. Im hinteren Bereich des Tisches hat es drei Striche. Je nachdem, wo genau der Puck landet, gibt es entsprechend Punkte.

Mit roten oder schwarzen Pucks wird beim Shuffleboard versucht, möglicht in die zähligen Bereiche des Tisches vorzustossen. Remo Thoma macht's vor.

Mit roten oder schwarzen Pucks wird beim Shuffleboard versucht, möglicht in die zähligen Bereiche des Tisches vorzustossen. Remo Thoma macht's vor.

Bild: Sabrina Bächi

«Alle können Shuffleboard spielen und jedes Mal ist es anders, es gibt keine Strategie, das Spiel zu gewinnen», sagt Präsident David Wirth. «Wir haben uns im Internet umgesehen», sagt Sandro Kradolfer.

«Ausser uns gibt es in der ganzen Schweiz keinen anderen aktiven Shuffleboard-Club.»

Das sei schade, denn das Hobby verbindet Gross und Klein, Jung und Alt. Sie erzählen, dass sie auch schon einen Kindergeburtstag im Clubhaus gefeiert hatten. «Einmal sind wir in einem Restaurant mit zwei Frauen ins Gespräch gekommen», erzählt Pascal Thoma. «Sie waren über 70 Jahre alt, aber so begeistert vom Shuffleboard, dass sie mit uns bis tief in die Nacht spielten.» Es mache einfach so süchtig, sagt Kradolfer. Die Männer grinsen.

Clublokal im umgebauten Schuppen

Hinter dem Coiffeure Rohner befindet sich in der Bankstrasse der Eingang zum Clubhaus. Es war früher eine Art Schuppen, der leer stand. Die Freunde haben die Räumlichkeiten selbst umgebaut. Nun hat es eine kleine Küche, ein WC, eine Lounge und eben das Shuffleboard darin. Immer wieder kommen spontan Besucher. Mittlerweile wissen viele Weinfelder, dass man vor allem am Freitagabend die vier in ihrem Clubhaus antrifft.

Wer will, kann mitspielen. Arten, Shuffleboard zu spielen, gibt es einige. Es gibt etwa die klassische Variante, Horsecolar, crazy 8 oder eine Eigenkreation namens Shuffle-Race. Manche spielen den Puck mit drei Fingern, andere schieben ihn mit der Flachen Hand an. «Manchmal kann man mit dem Daumen noch einen Kick geben», erklärt David Wirth. Beim Shuffleboard, erklären die Vereinsmitglieder, sei alles möglich. «Es kam schon vor, dass es 13 zu 0 stand und man dann doch noch mit 15 zu 13 gewonnen hat», sagt Sandro Kradolfer.

Das Shuffleboard ist 3,6 Meter lang.

Das Shuffleboard ist 3,6 Meter lang.

Bild: Sabrina Bächi

«Lieber shuffle als schaffe»

Da ihr neues Hobby bei ihren Kollegen auf grosses Interesse stiess, veranstalteten sie auch schon Clubabende, an denen dann über 50 Personen kamen. «Es konnten gar nicht alle spielen, weil so viele da waren», sagt Remo Thoma. Das Clubhaus kann auch von externen gemietet werden. Beispielsweise von Firmen, die sich im Zuge eines Ausfluges im Shuffleboard messen.

Eigentlich würden die Freunde lieber spielen, als nur darüber zu reden. Sie selbst sind längst schon süchtig nach diesem Sport. Nicht umsonst haben sie den geflügelten Spruch: «Lieber shuffle als schaffe.»