Perkovac polarisiert

VOLLEYBALL ⋅ Beim 1.-Liga-Derby der Frauen zwischen Neuenkirch und dem Luzerner Nachwuchs (1:3) «geht die Post ab». Es kommt aber auch grosser Ärger auf.

07. Februar 2017, 00:00

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Die Ausgangslage vor diesem Innerschweizer 1.-Liga-Derby war klar: Gewinnt der Aufsteiger Neuenkirch einen Punkt, dann könnte das Team von Hugo Baumann die kommende 1.-Liga-Saison planen. Holt das Team von Luzern Nachwuchs drei Zähler, dann hat die junge Mannschaft um Trainer Zohar Itzhaki im Kampf um den 8. Rang (Barragespiel) wieder bessere Karten. Es war also alles angerichtet für ein brisantes Derby. Der Zuschaueraufmarsch war gross, die Halle avancierte punkto Stimmung zu einem Tollhaus.

Neuenkirch profitierte im ersten Satz von dieser tragenden Sympathiewelle und liess den jungen, etwas verunsicherten Luzernerinnen keine Chance. 6:1 und 17:11 zogen die Neuenkircher Frauen davon und brachten diesen ersten Satz mit 25:18 ins Trockene. Die Euphorie ob dieses klaren Satzsiegs war bei den Fans gewaltig. Der Grund für den Satzverlust war für Luzerns Spielführerin Lea Portmann nachvollziehbar: «Wir waren nicht parat, und Neuenkirch spielte wirklich gut.»

Es steht eine packende Schlussrunde an

Dies änderte sich im zweiten Spielabschnitt. Nach einem ausgeglichenen Satzbeginn kam Luzern immer besser ins Spiel. Beim Stand von 13:11 kam die Vorentscheidung unter dem Motto «Chiara Wigger servierte, Korina Perkovac vollendete». Luzern zog auf 19:11 davon, der zweite Satz (25:17) war gelaufen. Im dritten Set machte sich bei den am Samstag über fünf Sätze spielenden Neuenkircherinnen (3:2-Sieg über den Tabellendritten Schönenwerd) etwas die Müdigkeit breit. «Ja, mit der Konzentration stand es bei uns nicht zum Besten», fand auch Neuenkirch-­Coach Hugo Baumann. «In dieser Phase machten wir zu viele Fehler.» Bis zum 16:17 war noch alles offen, dann zog Luzern weg. Symptomatisch der Satzball zum 25:19: Die stark spielende Lea Portmann servierte, Korina Perkovac punktete. Die Geschichte im vierten Satz ist schnell erzählt: Luzern zog auf 7:0 davon und liess nichts mehr anbrennen. Auch wegen der Punkteausbeute der NLA-Kaderspielerin von Volley Top Luzern, Korina Perkovac, die nebst einigen Fehlern 15 Punkte zum 25:14-Satzsieg beisteuerte. Die Personalie Korina Perkovac war denn auch der Auslöser, weshalb der sonst ruhige Neuenkirch-Coach Hugo Baumann haderte: «Da predigt man immer von guter Zusammenarbeit unter den Innerschweizer Vereinen und greift ausgerechnet in den Derbys gegen uns gleich zweimal auf die Topspielerin zurück. Das kann doch nicht sein.»

Die Luzernerinnen haben also die angepeilten drei Punkte erarbeitet und übers ganze Spiel gesehen verdient gewonnen. Sie müssen aber im letzten Match auch noch gegen Lugano dreifach punkten, um den 8. Rang noch zu verlassen. Neuenkirch hingegen hat es im letzten Spiel auswärts beim Absteiger Allschwil in der eigenen Hand, den schwarzen Peter mit einem Sieg den Luzernerinnen zuzuschieben. Hugo Baumanns primäre Aufgabe vor dem Schlussrundenmatch: «Der Frust im Team sitzt tief. Jetzt darf ich die Mannschaft wieder aufpäppeln.» Für eine packende Schlussrunde ist also gesorgt.

Frauen, 1. Liga

Gruppe C: Neuenkirch - Schönenwerd 3:2. SeeWy - Lunkhofen 1:3. Luzern Nachwuchs - Riehen 0:3. Gordola - Volleya Obwalden 1:3. Allschwil - Lugano 1:3. Gordola - SeeWy 3:2. Volleya Obwalden - Allschwil 3:1. Lugano - Lunkhofen 1:3. Neuenkirch - Luzern Nachwuchs 1:3. Schönenwerd - Riehen 3:1.

Rangliste: 1. Volleya Obwalden 17/49 (50:13). 2. Riehen 17/37 (41:19). 3. Schönenwerd 17/34 (39:21). 4. Lunkhofen 17/27 (32:31). 5. Gordola 17/23 (31:38). 6. Volley Lugano II 17/22 (33:38). 7. Neuenkirch 17/21 (29:36). 8. Luzern Nachwuchs 17/19 (24:38). 9. Allschwil 17/12 (22:43). 10. Dynamo SeeWy 17/11 (21:45).

Neuenkirch - Luzern Nachwuchs 1:3

Grünau. – 150 Zuschauer. – SR Triebold/Christen. – Spieldauer: 83 Minuten. – Sätze: 25:18, 17:27, 19:25, 14:25. – Neuenkirch: Weingartner, Lisa Bachmann, Stirnimann, Dodaj, Roos, Marlen Bachmann, Camenzind (Libera); Krummenacher, Troxler, Affentranger. – Luzern Nachwuchs: Burach, Smith, Portmann, Wigger, Perkovac, Smiljkovic, Lang (Libera); Furrer, Stofer, Mächler, Wyss, Erni (Libera).


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