Ehrbar feiert einen Doppelsieg

BIATHLON ⋅ Der Urner Simon Ehrbar (16) sorgt aus Zentralschweizer Sicht in Sörenberg für ein doppeltes Ausrufezeichen. Und trotz dieser Erfolge ist der Urner kein Mann der grossen Worte.
07. Februar 2017, 00:00

Roland Bösch

regionalsport@luzernereitung.ch

Schnelle Beine am Samstag beim Einzelstartrennen und eine hohe Treffsicherheit am Sonntag beim Sprint bildeten die Grundlage zum zweifachen Erfolg von Simon Ehrbar an den nationalen Biathlonrennen am Wochenende in Sörenberg. Mit den beiden Siegen in der Kategorie Jugend 1 war der Youngster des Skiclubs Gotthard-Andermatt klar der erfolgreichste Athlet des Zentralschweizer Schneesportverbandes. «Vor allem die Schiessleistung am Sonntag mit acht von zehn Treffern hat mich gefreut. Normalerweise bekunde ich im Schiessstand mehr Mühe», gibt Simon Ehrbar zu verstehen.

Der 16-jährige Urner ist kein Mann der grossen Worte. Seinen Erfolg hat er am Sonntagabend in der Turnhalle Andermatt gefeiert – mit seinen Kollegen beim Unihockeyspielen versteht sich. Ist aber auch möglich, dass er seinen Mitspielern nichts von seinen Siegen erzählt hat. «Das sonntäg­liche Unihockeyspielen steht für mich auch nach einem strengen Wettkampfwochenende hoch im Kurs», erklärt Simon Ehrbar und führt aus: «Ich bin ein Bewegungsmensch, gehe auch gerne an die frische Luft und mache bewusst auch andere Sportarten.»

Nur ein Jahr Sportmittelschule

Verbissen wirkt Simon Ehrbar nicht, dennoch ist ihm der Biathlonsport sehr wichtig. Der Urner hat sich deswegen für einen strengen Weg aus der Kombination Berufslehre und Sport entschieden. «Während eines Jahres besuchte ich die Sportmittelschule in Engelberg. Ich musste aber feststellen, dass die kaufmännische Grundbildung und auch die Matura nicht zu mir passen», blickt der Mann aus dem Urserental zurück. Im letzten Sommer hat Simon Ehrbar nun beim Elektrizitätswerk Urseren seine Ausbildung zum Elektroinstallateur begonnen. Am Montag ist Schule angesagt, die restlichen Tage ist er am Arbeiten. Nach Feierabend steht das Training auf dem Programm. Am Dienstag und Donnerstag das klubeigene Schiesstraining, und an den anderen Tagen steht die Ausdauer im Fokus.

«Vor allem im Winter ist es ein Vorteil, direkt an der Loipe zu wohnen. So liegen im Halbdunkeln noch einige Trainingskilometer drin», gibt Ehrbar zu Protokoll. Mit den Gebrüdern Elias und Samuel Kägi hat Simon Ehrbar im eigenen Verein auch genügend Vergleichsmöglichkeiten. Der ein Jahr jüngere Samuel wurde übrigens im Einzelrennen vom Samstag hinter Ehrbar und Simon Zberg (Schwendi) Dritter.

Aufnahme in die Kandidatengruppe

«Bei den Rennen im Sörenberg hat alles bestens geklappt. Irgendwie liegt mir diese Strecke», kommt Simon Ehrbar noch einmal auf das Wochenende zu sprechen. Es hat ihn beeindruckt, wie die Veranstalter alles daran gesetzt haben, die Rennen trotz der misslichen Ausgangslage durchzuführen. Ähnliche Voraussetzungen hatte er Anfang Dezember bei seinem ersten rennmässigen Einsatz in dieser Saison bei den Alpen-Cup-Rennen in der Lenzerheide vorgefunden. Dabei hat sich Ehrbar bei der Jugend 1 als bester Schweizer 30 Punkte in der Biathlon-Cup-Wertung gutschreiben lassen. Der Urner liebäugelt mit einem Sieg in dieser Jahreswertung und einem Top-Ten-Rang in der Alpen-Cup-Gesamtwertung. Solche Erfolge sollen Simon Ehrbar Ende Saison dann den Weg für die Aufnahme in die Kandidatengruppe von Swiss-Ski ebnen.

Biathlon-Cup Sörenberg

Einzelrennen. Elite. Frauen. Jugend 1: 1. Amy Baserga (Einsiedeln). 2. Andere Tatiana (am Bachtel). 3. Elena Häfliger. 4. Lorena Wallimann (beide Schwendi-Langis). – Jugend 2: 1. Annatina Bieri (Riehen). 2. Anja Fischer (Engelberg). 3. Flavia Barmettler (Schwendi-Langis). – Männer. Jugend 1: 1. Simon Ehrbar (Gotthard-Andermatt). 2. Simon Zberg (Schwendi-Langis). 3. Samuel Kägi (Gotthard Andermatt). – Männer: 1. Lukas Bieri (Flühli). 2. Till Wiestner (Trin). 3. Pascal Wolf (Schwendi-Langis).

Sprint. Elite. Frauen. Jugend 1: 1. Anja Weber (am Bachtel). 2. Seraina König (Riehen). 3. Amy Baserga. 4. Elena Häfliger. – Jugend 2: 1. Annatina Bieri. 2. Anja Fischer. 3. Aline König (Riehen). 4. Flavia Barmettler (Schwendi-Langis). – Männer. Jugend 1: 1. Simon Ehrbar. 2. Valentin Dauphin (Bex). 3. Manuel Lusti (Toggenburg). – Jugend 2: 1. Laurin Fravi (Bual Lantsch). 2. Sebastian Stalder (am Bachtel). 3. Elias Kägi. – Männer: 1. Till Wiestner. 2. Gian-Fadri Jäger (Bual Lantsch), 3. Lukas Bieri.

Sprint Challenger. Mädchen. U 13: 2. Ronja Rietveld (Schwendi-Langis). – U 15: 2. Alessia Nager (Gotthard-Andermatt). – Knaben. U 13: 2. Leander Kiser (Schwendi-Langis). 3. Matthias Riebli (Schwendi-Langis). – U 15: 1. Yanis Keller (Einsiedeln). 3. Noé In Albon (Ibach).

Komplette Rangliste: www.zssv.ch


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