Hautnah an Weltklassereitern

SPRINGREITEN ⋅ Die Zuger Springkonkurrenz auf dem Stierenmarktareal ist zum nationalen Reitanlass mutiert. Mit dabei auch ehemalige Teilnehmer an Olympischen Spielen.
06. Juni 2017, 07:42

Veronika Studer

sport@zugerzeitung.ch

Am Pfingstwochenende stand der Zuger Stierenmarkt ganz im Zeichen des Pferdesports. Dabei standen am Montag auch drei ehemalige Olympia-Teilnehmer in der national ausgeschriebenen Prüfung über 155 Zentimeter am Start. Niklaus Schurtenberger, der 2008 in Peking Team-Bronze gewann, entschied den Grossen Preis in Zug für sich. Der aus dem Kanton Bern angereiste Routinier war einer von nur fünf Reitern, die den schwierigen ersten Umgang mit Nullfehler-Ritten bewältigten. Mit Quasimodo blieb der Berner dann auch im Stechen ungeschlagen und als Einziger wiederum fehlerfrei.

«Der Parcours war sehr technisch und schwierig», erklärte der in Steinhausen aufgewachsene Andreas Ott nach dem Stechen. Der mittlerweile im Knonaueramt wohnhafte Reiter ­freute sich riesig über seinen hervorragenden dritten Rang. Dies, weil er seine sensible Stute Nanu in den letzten drei Jahren selber aufgebaut und auch trainiert hat. Wie schwierig es selbst für langjährige Profis ist, junge Pferde auf das höchste Niveau zu bringen, wurde an dieser Qualifikationsprüfung für die Schweizer Meisterschaften ersichtlich.

Eine imposante Zweierkombination

Martin Fuchs, der zweite Olympia-Crack im Teilnehmerfeld, ritt auf noch jüngeren Pferden und verzeichnete mit den beiden 8-jährigen Stuten Victoria und Dollar Girl einen respektive zwei Stangenfehler. Dort, wo die Stangen fielen – unter anderem bei der imposanten Zweierkombination am vorletzten Hindernis –, war die Linie auch äusserst schwierig zu reiten. Der Dritte im Bunde der Olympia-Teilnehmer, der gebürtige Eicher Pius Schwizer, gewann gestern die Prüfung über 140 Zentimeter.

Der im luzernischen Schlierbach wohnhafte Schotte Jason Smith formulierte diese Passage so: «Kurz vor Schluss war der Parcours sehr technisch und wirklich schwierig zu reiten.» Der erfolgreiche Profireiter war ebenfalls einer der fünf Konkurrenten, die sich nach einem fehlerfreien ersten Umgang fürs Stechen qualifizierten. Der Schotte wurde mit seiner 12-jährigen Holländer-Stute Ailonka guter Fünfter, eine in Anbetracht des hoch qualifizierten Starterfeldes in der letzten Prüfung der Ausgabe 2017 hervorragende Leistung.

Dem OK des Kavallerievereins Zug um den OK-Präsidenten Ulrich Straub gelang es, einen ­erfolgreichen Sportanlass auf höchstem Niveau durchzuführen. Viele Besucherinnen und Besucher, darunter alteingesessene «Rösseler» aus der Region, füllten die Zuschauerränge auf dem Zuger Stierenmarktareal. «Es ist unglaublich, wie nahe man hier an die Weltklassereiter und ihre edlen Pferde herankommt», sagt eine begeisterte Zuschauerin.

Fabian Styger ist Zuger Kantonsmeister

Erstmals wurde am Sonntag, zum 40-Jahr-Jubiläum, die Zuger Kantonsmeisterschaft (115 cm) auf dem Stierenmarktareal ausgetragen. Zuvor wurde diese Meisterschaft jeweils vom Reitverein Ägerital organisiert. Dieses Jahr organisierten die beiden Vereine die Jubiläumsausgabe gemeinsam. Dass ausgerechnet der Ägeritaler Fabian Styger diesen Preis für sich entscheiden konnte, macht den Ägeritaler stolz: «Es ist schon ein spezielles Gefühl, dass ich hier in Zug gewinnen konnte, das ist einfach fantastisch.» Bereits vor sechs Jahren hat Styger denselben Meistertitel, ebenfalls mit dem Pferd Flash Light, in Unterägeri geholt.

Zuger Springkonkurrenz

Preis der Zuger Kantonalbank und der Stadt Zug. Wertung A, 1 Stechen (155 cm): 1. Niklaus Schurtenberger (Worben)/Quasimodo 0/0/46,94. 2. Pius Schwizer (Oensingen)/Belcanto 0/4/37,58. 3. Andreas Ott (Mettmenstetten)/Nanu 0/4/40,38. 4. Martina Meroni (Arzo)/Esquido 0/442,34. 5. Jason Smith (Schlierbach)/Ailonka 0/8/40,56.

Preis der V-Zug AG. Wertung A (140 cm): 1. Pius Schwizer/Underzo de Rance 0/60,92. 2. Chudyba Bronislav (Steinhausen)/Quinsy 0/61,96. 3. Evelyne Bussmann (Ersigen) 0/62,97. 4. Martin Fuchs (Wängi)/Lorinon d’Aveline 0/63,89. 5. Pius Schwizer/Belcanto 64,33. 6. Andreas Ott/Lorina 0/65,32. Ferner: 9. Thomas Buholzer (Eschenbach)/Côte d’Or 0/67,71.

Hinweis

Alle Infos und Resultate unter: www.zugerspringkonkurrenz.ch


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