Christian Stucki tauscht Schwinghose gegen Unihockey-Stock

ZUG ⋅ Der PR-Coup ist vollauf gelungen. Dank dem temporären Einsatz von Schwinger und Unspunnen-Sieger Christian Stucki (32) haben die NLA-Unihockeyaner von Zug United ihren Sport ins Scheinwerferlicht gebracht.
04. Dezember 2017, 11:54

Interview Ruedi Burkart, Zug United

Am Sonntagabend haben die Unihockeyaner vor gut gefüllter Tribüne und 659 Zuschauern den Favoriten Alligator Malans dank einer beeindruckenden Leistung mit 7:2 besiegt. Stucki stand beim inoffiziellen Eröffnungsbully im Dress mit der Nummer 99 in der Stadthalle auf dem Feld – und räumte dieses dann sofort wieder.

Christian Stucki, Ihr Einsatz im Unihockey-Dress war eine kurze Angelegenheit …

Stucki (schmunzelt): Ja, tatsächlich. Ich bin Schwinger und weniger der Läufertyp. Zwei, drei Minuten hätte ich vielleicht mithalten können. Aber, es war ein Spass. Und den Zuschauern hats glaub auch gefallen.

Sie standen in der Starting Six und durften das erste Bully der Partie spielen.

Das war eine Ehre für mich.

In den Tagen vor der Partie wurde gemunkelt, dass Sie für den Verein Zug United offiziell lizenziert werden. War dies wirklich ein Thema?

Nein, das stand nie zur Debatte. Ich hätte kaum etwas beitragen können zum Erfolg der Mannschaft (schmunzelt). Zudem war ich die letzten vier Wochen krank (Stucki las sich in den Ferien das Denguefieber auf, Anm. d. Red.) und konnte deswegen kein Training mit der Mannschaft absolvieren. Ich habe erst letzte Woche wieder mit Arbeiten begonnen.

Waren Sie vor dem Spiel in der Kabine beim Team in der Besprechung?

Da konnte ich leider nicht dabei sein. Ich musste mich umziehen und ins Unihockeydress zwängen …

Verraten Sie uns bitte ein Geheimnis.

Jetzt bin ich aber gespannt.

Vor dem Anpfiff versammelt sich das Team für ein paar Sekunden beim eigenen Tor und rückt nochmals eng zusammen. Sie waren auch dabei. Was wird in diesen letzten Augenblicken vor dem Start besprochen?

Es wurde Englisch gesprochen. Ich bin nicht so der Englisch-Held und habe nicht viel verstanden. Aber es ging darum, Vollgas zu geben und mit Freude ins Spiel zu steigen.

Apropos Vollgas. Wann stehen Sie wieder auf dem Schwingplatz?

Durch meine Krankheit ist der Fahrplan schon ein wenig durcheinandergeraten. Letzte Woche war ich erstmals wieder im Training und stand auf wackeligen Beinen. Aber ich bin optimistisch, im Frühling wieder in Form zu sein. Nächste Saison steht kein eidgenössischer Anlass auf dem Programm. Ich konzentriere mich auf das Schwägalp-Schwinget im August, das einzige Bergkranzfest, welches ich noch nie gewinnen konnte.

Schwingen und Unihockey haben eine gemeinsame Komponente: Im Winter werden beide Sportarten in der Halle ausgetragen. Sind Sie ein Freund von Schwingfesten unter Dach?

Als Vorbereitung auf die Saison schwinge ich gerne in der Halle. Da kann man auch einmal etwas Neues ausprobieren und wenn es einen dann auf den «Sack» haut, ist das nicht tragisch.


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