Zwei Talente, zwei Wege

BIATHLON ⋅ Am Wochenende finden auf dem Langis die Schweizer U-15-Meisterschaften statt. Lorena Wallimann und Simon Zberg können ihre Vizemeistertitel altershalber nicht mehr verteidigen. Vor Ort im Einsatz sind sie aber dennoch.
10. Februar 2017, 07:52

Roland Bösch

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Diesen Zweikampf werden die beiden Obwaldner Lorena Wallimann und Simon Zberg nicht so schnell vergessen. Die Rede ist vom Kampf um die Goldmedaille an den Schweizer U-15-Meisterschaften im Biathlon in Kandersteg im letzten Winter. Die heute bald 16-jährigen Youngsters wurden im Massenstartrennen beide mit weniger als drei Sekunden Rückstand Zweite, beide konnten den Schweizer Vizemeistertitel feiern.

Damals wie heute kommt Lorena Wallimann zum gleichen Fazit: «Es war ein harter Kampf, aber ein tolles Erlebnis, zum zweiten Mal in Folge Silber an nationalen Titelkämpfen zu gewinnen.» Gute Erinnerungen an das Heimatdorf von alt Bundesrat Adolf Ogi hat auch Simon Zberg: «Nebst Silber gabs damals auch noch bei den Mädchen und Knaben Gold in der Staffel für den Skiclub Schwendi-Langis.»

Nicht aus der Ruhe bringen lassen

Morgen, beim Einzellauf, und am Sonntag in der Staffel der nationalen Biathlon-Nachwuchsmeisterschaften werden auf dem Langis die Karten neu gemischt (siehe Box). Wallimann und Zberg werden dann nicht mehr in den Medaillenkampf eingreifen. Sie stehen in der Zwischenzeit bei der Elite am Start. Für beide ist es aber Ehrensache, als Helfer, Fan und bestimmt auch Vorbild des klubeigenen Nachwuchses im Einsatz zu stehen. Und welchen Ratschlag geben Simon Zberg und Lorena Wallimann dem Nachwuchs? «Im Einzelrennen ist es wichtig, dass man sich im Schiessstand nicht aus der Ruhe bringen lassen soll», sind sich die beiden Schweizer Vizemeister von 2016 einig.

Diesen Ratschlag dürfen sich die Alpnacherin und der Sarner auch selber an die Fahne heften. Sie starten in dieser Saison in der Kategorie Jugend 1. Die Strecken sind länger und anspruchsvoller, neu wird auf eine 50-Meter-Distanz geschossen. Anstelle von Luft- kommen zudem Kleinkalibergewehre zum Einsatz, die man dann auch während der Rennen am Rücken trägt. Viele Änderungen auf einmal. Da dürfen sich Lorena Wallimann und Simon Zberg wortwörtlich auch nicht aus der Ruhe bringen lassen. «Wir befinden uns im Probejahr und können uns langsam an diese neue Herausforderung herantasten», erklärt Simon Zberg. Er wie auch Lorena Wallimann verheimlichen aber nicht, dass sie sich gerne in der Gesamtwertung möglichst weit vorne einreihen möchten. Speziell am letzten Wochenende bei den Rennen in Sörenberg konnten beide einen Schritt nach vorne machen. Zberg stieg als Zweiter erstmals auf das Podest bei der Jugend 1, die Sportmittelschülerin Lorena Wallimann verpasste dieses als Vierte nur knapp.

Jetzt gehen sie unterschiedliche Wege

Wallimann wie Zberg gewannen im letzten Jahr Silber, beide sind vom Biathlon-Sport fasziniert, der weitere Weg, den sie gehen möchten, ist aber verschieden. Lorena Wallimann ist im zweiten Jahr an der Sportschule in Engelberg. Sie hat im Sommer den Trainingsumfang ausgebaut und macht parallel zum Sport eine kaufmännische Ausbildung, bestehend aus drei Jahren Schule und einem Jahr Praktikum. «Für mich ist Engelberg die ideale Lösung», ist Wallimann überzeugt.

Simon Zberg hingegen drückt an der Oberstufe in Sarnen die Schulbank und trainiert viel auf der klubeigenen Trainingsanlage in Giswil. Im Sommer 2018 ist der Start in eine Lehre geplant. In welche Richtung es gehen soll, ist noch nicht ganz klar. Zberg lässt sich nicht richtig in die Karte blicken: «Ich bin noch in verschiedenen Berufen am Schnuppern.» Und da ist er wieder, der eingangs erwähnte Ratschlag: «Lass dich nicht aus der Ruhe bringen.»


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