Furger spielt Endschnelligkeit aus

SKI NORDISCH ⋅ Beim Rothenthurmer Volksskilauf hat Roman Furger die Konkurrenz sicher im Griff. Nun will der gebürtige Urner auch an den Weltmeisterschaften ein Topergebnis abliefern.
24. Januar 2017, 05:00

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Die 49. Auflage des Rothenthurmer Volksskilaufs, die am Sonntag bei traumhaften Bedingungen ausgetragen wurde, war hochkarätig besetzt. Ein halbes Dutzend Swiss-Ski-Kaderläufer kämpfte um den Tagessieg, darunter auch der gebürtige Urner und Titelverteidiger Roman Furger (26).

Die rund 450 Langlaufcracks mussten sich in Geduld üben, bis sie die 22,5 Kilometer lange Skatingstrecke in Angriff nehmen konnten. Der Start wurde kurzfristig um eine halbe Stunde verschoben, weil ein unbekannter Dummkopf im Vorfeld des Rennens Kieselsteine auf der Loipe verstreut hatte. Die aufwendige Entfernung erforderte einen Sondereffort der Organisatoren. Einen solchen Zwischenfall hat es in der langen Geschichte dieses traditionsreichen Wettkampfs noch nie gegeben.

Roman Furger wiederholt Vorjahressieg

Immerhin zahlte sich die Säuberungsaktion aus. Die Zuschauer bekamen ein spannendes Rennen vorgesetzt, in dem der 26-jährige Furger bereits nach sechs Kilometern die ersten Akzente setzte. Unter seinem Tempodiktat verkleinerte sich die Spitzengruppe zusehends. Ab dem 13. Kilometer vermochte nur noch der 20-jährige C-Kader-Athlet Dajan Danuser (SC Vättis) die horrende Pace des Topfavoriten mitzugehen. Die Entscheidung um den Tagessieg fiel 800 Meter vor dem Ziel. Furger attackierte in einer kurzen Steigung und erarbeitete sich rund 100 Meter Vorsprung, den er dann auf den restlichen Metern souverän verteidigte. Platz 3 mit 1,30 Minuten Rückstand sicherte sich der Schwyzer Sprintspezialist Roman Schaad vom SC Unteriberg.

Den lockeren Eindruck, den Furger optisch hinterlassen hatte, relativierte der zweifache Sieger nach dem Rennen: «Ich musste alles geben, um die starke Konkurrenz in Schach zu halten und so den Vorjahressieg wiederholen zu können. In der Schlussphase lief ich voll am Anschlag.»

Ein Grossteil der Schweizer Eliteläufer bestritt am Wochenende die Weltcuprennen in Schweden. Der Wahl-Davoser aus Schattdorf verzichtete hingegen auf den Skandinavien-Trip und bevorzugte den Volkslanglauf im Schwyzer Hochmoorgebiet. Seine Begründung: «Dieses Rennen hat sehr gut in meinen Wettkampfkalender gepasst. Solche Volksläufe sind jeweils eine willkommene Abwechslung. Die Atmosphäre ist viel lockerer als im Weltcup. Der Rothenthurmer ist ein wunderschönes Rennen – vor allem bei derart perfekten Bedingungen. Ich habe es genossen, hier zu laufen.»

An der WM den Sprint im Visier

Roman Furger ist in dieser Saison bereits fünfmal in die Weltcuppunkte gelaufen, sowohl in Sprint- wie auch in Distanzrennen. Die WM-Teilnahme dürfte der 26-Jährige aufgrund dieser Leistungen in der Tasche haben, auch wenn das Schweizer Aufgebot für Lahti noch ausstehend ist. Am sprintstarken Schattdorfer dürften die Selektionäre wohl kaum vorbeikommen.

Roman Furger geht jedenfalls davon aus, dass er aufgeboten wird. Er freut sich riesig auf seinen ersten Grossanlass, nachdem er in den vergangenen Jahren die Qualifikation teilweise nur knapp verpasst hatte. Zu seiner WM-Zielsetzung sagt Furger: «Ich hoffe, das Sprintrennen bestreiten zu können. Und dort möchte ich in den Halbfinal vorstossen.» Bestimmt kein unrealistisches Ziel, zumal Furger in diesem Winter bereits viermal Top-20-Resultate erzielt hat.

Das Saisonbestergebnis ist ein 17. Platz. Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der Hobby-Pokerspieler mehr als zufrieden. Insbesondere auch deshalb, weil er von Verletzungen und sonstigen gesundheitlichen Rückschlägen verschont geblieben ist. In den verbleibenden vier Wochen bis zur WM wird Furger noch die Weltcupsprints in Falun (Schweden) und Otepää (Estland) bestreiten.

Auch bei den Frauen ein Urner Sieg

Der Rothenthurmer war in diesem Jahr fest in Urner Hand. Bei den Frauen setzte sich mit Stefanie Arnold ebenfalls eine Athletin aus dem Urkanton durch. Die 20-jährige Unterschächerin, die dem B-Kader von Swiss Ski angehört und als eine der grössten Schweizer Nachwuchshoffnungen gilt, dominierte das Renngeschehen praktisch von Beginn weg. Letztlich siegte sie mit 20 Sekunden Vorsprung auf die Volkslaufspezialistin Claudia Schmid (SC Horw), die in Rothenthurm 2014 und 2015 triumphiert hatte.

Hinweis

Rangliste: www.volkskilauf.ch


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