Die Jagd auf Zug United beginnt

UNIHOCKEY ⋅ Die Herren von Zug United haben in der Qualifikation geglänzt. In den Playoffs fängt aber alles wieder bei null an. Die Zuger sind gegen Ticino Unihockey klare Favoriten – ein Spaziergang wird es aber nicht.
17. Februar 2017, 09:36

Sascha Rhyner

sport@zugerzeitung.ch

22 Runden dauerte die Qualifikation in der Unihockey-NLB. Nun wird alles auf null gestellt: Die Playoffs beginnen. Im Viertelfinal über maximal fünf Spiele (Best of five) misst sich der NLB-Quali­fikationssieger Zug United mit Ticino Unihockey (8. Platz). Die Tessiner erreichten in der NLB erstmals überhaupt die Playoffs und feierten dies am vergan­genen Wochenende denn auch überschwänglich. Ihr Einzug in die Playoffs fiel dabei denkbar knapp aus. Vier Teams hatten am Ende der NLB-Qualifikation 24 Punkte auf ihrem Konto. Die Tordifferenz entschied über die Klassierung. Das Rennen machte schliesslich Ticino. Im Direkt­duell im finalen Qualifikationsumgang unterlagen die Tessiner zwar dem direkten Konkurrenten Davos-Klosters; weil die Niederlage jedoch nur mit einem Treffer (6:7) ausfiel, wiesen sie das um zwei Tore bessere Torverhältnis auf als die Bündner.

Entsprechend kann Ticino Unihockey im Duell mit Zug United ohne Druck aufspielen. Das Saisonziel ist für sie bereits erreicht. Für die Zuger soll der Playoff-Viertelfinal hingegen der Auftakt zu einem Steigerungslauf mit dem Duell gegen einen NLA-Vertreter um einen Platz im Oberhaus sein.

Die Tessiner haben nichts zu verlieren

So unterschiedlich die Ambitionen, so unterschiedlich war auch der Saisonverlauf. Die Zuger kassierten in 22 Spielen eine Niederlage. Ticino hingegen fiel nach einem passablen Saisonstart in ein Formtief und sammelte in den letzten 14 Spielen nur noch 9 Punkte – und musste deswegen gar um die erstmalige Playoff-Teilnahme zittern.

Obwohl die beiden Teams in der Tabelle nach der Qualifi­kation 39 Punkte trennten, sind heisse Duelle zu erwarten. Die beiden Partien in der Qualifikation entschied Zug United nach intensivem Spiel jeweils knapp für sich. «Für den Qualifikationssieg können wir uns nichts kaufen – es beginnt alles wieder bei null», weiss Verteidiger Yannick Schelbert. Zumal sich die Zuger nur ungern an die letzte Saison erinnern, als sie ebenfalls mehr oder weniger souverän die Qualifikation gewannen, um dann auf schnellstmöglichem Weg gegen Davos-Kloster auszuscheiden. Die Bündner hatten sich übrigens vor einem Jahr nur dank der Tordifferenz für die Playoffs quali­fiziert – wie nun Ticino.

Die Zuger sind das treffsicherste Team

Es dürfte indes die einzige Parallele sein. Die Zuger zeigten sich in dieser Saison gefestigt und zogen das Programm auch in der Qualifikation bis zum Ende durch. Mit 217 Treffern in 22 Spielen verfügen sie über die beste Offensive der Liga und liessen auch mit Abstand am wenigsten Gegentreffer zu (90). Im Vergleich dazu schossen die Tessiner 142 Tore und kassierten deren 163. In der Offensive sind die «Rossoblu» abhängig von einem starken Ausländertrio. Der Schwe­de Mikael Karlsson, 2016 noch im schwedischen Playoff- Final engagiert, war vor der Saison als Königstransfer angepriesen worden und wurde diesem Ruf mit 63 Skorerpunkten vollauf gerecht. Nur Zugs schwedischer Star Billy Nilsson übertraf diese Marke mit 66 Punkten. In den letzten Partien vereinten die Tessiner ihre besten Kräfte, angeführt neben Karlsson von Fredrik Gustavsson sowie dem letztjährigen Zug-Spieler Matti Vapaniemi, in einer Linie. Dazu gehört mit Pietro Luraschi ein Schweizer, der bei den Grasshoppers und den Kloten-Bülach Jets schon NLA-Erfahrung gesammelt hat.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Zugs Trainer Jarkko Rantala in einer gut organisierten Defensive: «In der Qualifikation fallen generell mehr Tore als in den Playoffs, deshalb ist eine gute Verteidigung wichtig.» Die Stärken der Tessiner ortet der Finne im schnellen Umschaltspiel. «Sie nehmen geschickt das Tempo aus dem Spiel, um dann blitzschnell zuzuschlagen», erklärt Rantala. Die bedeute für sein Team, auch im Ballbesitz sorgfältig zu agieren und eine gute Balance zu halten.

NLB-Playoff-Viertelfinal (Best of five): Zug United (1. Platz) gegen Ticino Unihockey (8. Platz): 1. Spiel: Samstag, 18. Februar, 17 Uhr, Stadthalle Zug. 2. Spiel: Sonntag, 19. Februar, 16 Uhr, Arti e Mestieri, Bellinzona. 3. Spiel: Mittwoch, 22. Februar, 20 Uhr, Stadthalle Zug. Eventuell 4. Spiel: Samstag, 4. März, 18.30 Uhr, Arti e, Bellinzona. Eventuell 5. Spiel: Sonntag, 5. März, 18 Uhr, Stadthalle Zug. – Es wird im Modus «Best of five» gespielt. Das Team, welches zuerst drei Siege auf dem Konto hat, ist eine Runde weiter.

 

United-Frauen sind gefordert

Am Samstag müssen die Frauen von Zug United (NLA) beim Tabellenletzten Aergera Giffers antreten. Die Freiburgerinnen belegen in der aktuellen NLA-Tabelle mit 5 Punkten aus 18 Spielen den 8. und letzten Platz. Zug ist mit 20 Punkten auf dem sechsten Rang zu finden. Der Abstand zum nächstbesseren Team beträgt für Aergera Giffers bereits 11 Punkte. Auf dem Papier sieht die Partie, welche um 20 Uhr in der Halle Ste-Croix in Freiburg im Üchtland beginnt, für die Zugerinnen also nach einem leichten Gang aus. Doch die Zentralschweizerinnen tun gut daran, Aergera nicht zu unterschätzen. Im Heimspiel gegen die Freiburgerinnen behielten die Zugerinnen mit 7:4 die Oberhand. (red)


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