Luzern zurück auf Erfolgskurs: Ab sofort ist «alles möglich»

UNIHOCKEY ⋅ Im 1.-Liga-Derby zwischen Luzern und Eschenbach behielt der Favorit mit 9:6 die Oberhand. Jetzt wollen die Luzerner in den Playoffs wie im Vorjahr für Furore sorgen.

30. Januar 2017, 15:59

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Die Qualifikationsrunde war für Unihockey Luzern geprägt von viel Licht und Schatten. Der letztjährige Playoff-Finalist knüpfte zu Beginn nahtlos an die letztjährige Saison an und landete mit acht Siegen in Serie einen Vereinsrekord auf 1.-Liga-Niveau. Ein 2. Zwischenrang hinter Eggiwil war der Lohn. Doch dann geriet der UHL-Motor ins Stottern. Es lief überhaupt nichts mehr zusammen. Das Team um Trainer Sergio Lämmler konnte sechs Spiele lang keinen Sieg mehr bejubeln und stürzte bis auf den 6. Rang ab. Weshalb, Sergio Lämmler? «Eine Erklärung für diese Baisse gibt es nicht. Mein Team spielte genauso weiter wie bei der Siegesserie. Nur der Erfolg stellte sich nicht ein. So spannend kann eben der Sport sein.»

Vor dem Derby gegen den ESV Eschenbach fand das Lämmler-Team dank Siegen gegen Deitingen (8:3) und Lausanne (7:3) rechtzeitig wieder auf die Erfolgsstrasse zurück. Und setzte im Derby dank dem 9:6 (5:3, 3:1, 1:2) noch einen Sieg obendrauf. «Wir wussten, dass dieses Derby für uns kein Zuckerschlecken wird und stellten uns auf ein kampfstarkes Eschenbach ein», bilanzierte der dreifache Torschütze Flurin Blum den verdienten Sieg. Das Startdrittel (5:3) war ganz nach dem Gusto der toll mitgehenden Fans. Das Highlight im Drittel der offenen Torgehäuse: Innert 120 Sekunden fielen gleich fünf Goals. Der Eschenbach-Trainer haderte: «Die beiden Gegentore zum 2:2 und 2:3 verdaute mein Team nur schwer.»

Im zweiten Spielabschnitt hatte Luzern das Derbyspiel voll im Griff und sorgte mit einem Vier-Tore-Vorsprung (8:4) für die Vorentscheidung in einem kampfbetonten, aber spielerisch auf bescheidenem Niveau ausgetragenen, dafür stimmungsvollen Derbymatch. So sah es auch Sergio Lämmler: «Vom spielerischen Gehalt her war unser Auftreten nicht gerade berauschend. Doch was zählt, das sind die drei gewonnenen Punkte und der angestrebte Heimvorteil für die Playoff-Serie.» In dieser treffen die Luzerner nun auf die Bern Capitals. Und was liegt drin, Flurin Blum? «Alles», kam es wie aus der Pistole geschossen. «Playoffs sind etwas Spezielles, da gelten andere Regeln. Wir wollen mit einem positiven Flow in diese Serie starten», äussert sich der Sanitärinstallateur kämpferisch. Er denkt da gerne an die letztjährige Spielzeit zurück, als Luzern erst im Playoff-Final gegen Gordola scheiterte.

Eschenbach landete Transfercoup

Der ESC Eschenbach um das Trainergespann René Heini und Peter Fähndrich musste in der Vorrunde viel Lehrgeld bezahlen. Doch im Hinblick auf die Playouts sieht man beim Aufsteiger «Licht im dunklen Tunnel». Aus den letzten sechs Partien schauten immerhin neun Punkte heraus. Auch dank einem überraschenden Transfer. Die Eschenbacher holten für die Rückrunde Michal Rybka, den Trainer von Astra Sarnen, als Spieler. Er soll als Stürmer für Tore sorgen. Seine Motivation? Michal Rybka: «Ich will dem Team helfen, mit meiner Routine die Playouts erfolgreich zu gestalten. Denn auch aus Sicht von Ad Astra Sarnen ist es wichtig, dass Eschenbach in der 1. Liga bleibt. Nach zweieinhalb Jahren Spielpause klappt zwar noch nicht alles so, wie ich es mir wünsche. Doch mit jedem Spiel mehr geht es besser.»

Die Eschenbacher treffen in der Playout-Serie über drei Partien auf Unihockey Fricktal. Eschenbach-Trainer René Heini: «Wenn wir offensiv mutiger auftreten und defensiv konzentrierter und härter spielen, können wir gegen die Fricktaler bestehen.» In der Qualifikation resultierten ein 6:3-Sieg und eine 5:8-Niederlage.

Gruppe 1, 21. Runde: Eschenbach - Moosseedorf 3:5. Lausanne - Luzern 3:7. Eggiwil - Konolfingen 7:6. Deitingen - Bern 6:5 n. P. Zürisee - Fribourg 3:7. Fricktal - Reinach 2:3 n. V. – 22. Runde: Luzern - Eschenbach 9:6. Moosseedorf - Zürisee 7:13. Konolfingen - Deitingen 11:6. Reinach - Eggiwil 8:6. Fribourg - Fricktal 16:0. Bern - Lausanne 5:3. – Schlussrangliste (alle 22 Spiele): 1. Eggiwil 61. 2. Fribourg 45. 3. Lok Reinach 42. 4. Luzern 41 (139:115). 5. Bern Capitals 40. 6. Konolfingen 36. 7. Deitingen 29. 8. Moosseedorf Worblental 27. 9. Zürisee 25. 10. Fricktal 19. 11. Eschenbach 16 (103:147). 12. Lausanne 15.

Luzern - Eschenbach 9:6 (5:3, 3:1, 1:2)

Utenberg. – 160 Zuschauer. – SR Parysoval/Piotrowska. – Tore: 8. Blum 1:0. 9. Abt 1:1. 13. Duss 1:2. 15. Blum 2:2. 15. Petermann 3:2. 15. Andrin Camadini 3:3. 16. Sievi 4:3. 19. Wyss 5:3. 24. Blum 6:3. 29. Travanti 7:3. 32. Brönnimann 8:3. 33. Buholzer 8:4. 46. Rybka 8:5. 49. Travanti 9:5. 58. Jan Camadini 9:6. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Luzern, 1-mal 2 Minuten gegen ­Eschenbach. – Luzern: Graf (Suter); Bobst, Stucki, Wyss, Blum, Sievi; Nieminen, Bit­terli, Grüter, Travanti, Petermann, Machala, Muggli, Brönnimann, Gamboni, Wagner, Firmann. – Eschen­bach: Leibundgut (Amsler); Mathis, Nuber, Brunner, Andrin Cadamini, Zemp; Schwegler, Rybka, Duss, Bircher, Stocker, Abt, Keller, Jan Camadini, Oehen, Amrein, Buholzer.

Gruppe 2. 21. Runde: Nesslau - Pfannenstiel Egg 6:5 n. V. Toggenburg Bazenheid - Bülach 4:7. Herisau - Vipers Innerschwyz 3:2. Zuger Highlands - Jona-Uznach 8:3. Frauenfeld - Limmattal 7:3. Dübendorf - Widnau 6:7 n. V. – 22. Runde: Widnau - Zuger Highlands 6:2. Herisau - Jona-Uznach 6:2. Vipers Innerschwyz - Toggenburg 5:2. Bülach - Frauenfeld 5:2. Nesslau - Limmattal 4:9. Pfannenstiel Egg - Dübendorf 7:5. – Rangliste (alle 22 Spiele): 1. Widnau 47. 2. Pfannenstiel Egg 42. 3. Zuger Highlands 40 (124:109). 4. Limmattal 38. 5. Herisau 34. 6. Nesslau 32. 7. Frauenfeld 30. 8. Bülach 30. 9. Vipers Innerschwyz 29. 10. Jona-Uznach 28. 11. Dübendorf 28. 12 Toggenburg Bazenheid 18.

Resultate: www.swissunihockey.ch


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