Ziel der CVP: Drei Sitze und das Präsidium im Gemeinderat

BAAR ⋅ Nach der FDP steigt auch die CVP in den Wahlkampf um die Gemeinderatssitze. Sie will neben zwei Bisherigen einen Kandidaten portieren, der die Verwaltung bereits bestens kennt.
13. Dezember 2017, 05:00

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Es dauert noch fast ein Jahr, bis die Exekutivämter in den Zuger Gemeinden neu bestellt werden. In Baar steht aber bereits heute fest: Die Wahlen vom 7. Oktober 2018 versprechen spannend zu werden. Denn nach der FDP, die Ende November ihre Kandidaten für den Gemeinderat nominiert hat, steigt nun auch die CVP in den Wahlkampf.

Wie die Ortspartei mitteilt, will sie ihre drei Sitze verteidigen und peilt auch das Gemeindepräsidium an. Der FDP-Gemeindepräsident Andreas Hotz wird bekanntlich Ende 2018 aufhören – für die CVP ist dies eine Chance, das Gemeindepräsidium zurückzuerobern, das in den letzten vier Legislaturen nicht mehr in ihrer Hand war. Für die Nominationsversammlung, die am 25. Januar stattfindet, schlägt der CVP-Vorstand nun ein Dreierticket vor. Neben den beiden bisherigen Sylvia Binzegger und Pirmin Andermatt will der Vorstand einen in Baar und in der Verwaltung bestens bekannten Kandidaten ins Rennen schicken: nämlich Gemeindeschreiber Walter Lipp (54). Er führe seit vielen Jahren umsichtig die Verwaltung und bringe als «achter Gemeinderat» alle Voraussetzungen mit, heisst es in der Mitteilung. Der aktuell dritte CVP-Gemeinderat, Paul Langenegger, erklärte schon vor längerer Zeit, dass dies seine letzte Legislatur sein werde.

Für Lipp wäre es das erste politische Amt

«Baar ist eine attraktive und lebenswerte Gemeinde», sagt Lipp selber zu seiner Kandidatur. «Damit dies erhalten bleibt, möchte ich meinen Beitrag nicht mehr als Gemeindeschreiber, sondern als Exekutivmitglied, wenn möglich als Gemeindepräsident leisten.» Die Aufgaben seien vielseitig und verantwortungsvoll, so der gebürtige Entlebucher, der seit 1996 in Baar lebt und arbeitet. Die Funktion des Gemeindeschreibers hat Lipp seit 2002 inne. Auf die Frage, ob er schon länger mit der Idee gespielt habe, für die Exekutive zu kandidieren, sagt Lipp: «Nein, aber nach der Ankündigung von Andreas Hotz, dass er nicht mehr antritt, habe ich mir Gedanken über meine Zukunft gemacht.» Für Lipp, der sich unter anderem als OK-Präsident von Schwingfesten oder in der Fasnachtsgesellschaft engagiert hat, wäre es das erste politische Amt.

Schulpräsidentin Sylvia Binz­egger und Sicherheitsvorsteher Pirmin Andermatt hatten bereits im September gegenüber unserer Zeitung gesagt, dass sie sich wieder zur Verfügung stellen werden. Binzegger gab damals bekannt, dass sie auch als Gemeindepräsidentin kandidieren wird. Auch Pirmin Andermatt könnte sich eine Kandidatur «durchaus vorstellen», sagte er. Alle drei CVP-Kandidaten interessieren sich also grundsätzlich für das Präsidium. Wer schliesslich ins Rennen steigen wird, das will der Vorstand noch nicht bekannt geben. Es soll an der Nominationsversammlung vom 25. Januar entschieden werden. Die Nomination für die Kantonsratswahlen erfolgt dann im Frühling 2018.

Die FDP peilt einen dritten Sitz an

Neben der CVP erhebt auch die FDP Anspruch auf drei Sitze im Gemeinderat. An der Nominationsversammlung Ende November gab man sich zuversichtlich, einen dritten Sitz holen zu können. Dies mit dem bisherigen Jost Arnold und den beiden neuen Sonja Zeberg und Karl Bürgler. Silvan Meier, der Kommunikationschef der CVP Baar, schätzt die Chancen als «sehr intakt» ein, dass die CVP ihre drei Sitze trotzdem wird halten können. Er sagt: «Wir können zwei bisherige Kandidaten präsentieren, die sich profiliert haben, und einen dritten, den man im Dorf gut kennt.» Doch noch sei alles offen, räumt Meier ein: «Es kommt auch darauf an, was die anderen Parteien machen. Es kann sich noch einiges ändern.»


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