Zwei Lokale sind eines zu viel

STADT ZUG ⋅ Im Telefonbuch stehen zwei Clubhäuser Zug 94. Dabei darf nur eines diesen Namen tragen.
10. Oktober 2008, 22:14
Neue Luzerner Zeitung

«Ich musste intervenieren», sagt Carmen Hitz, die seit dem 1. Mai im Clubhaus Zug 94 wirtet. Anders als die früheren Pächter stört sie sich daran, dass es neben ihrem Clubhaus Zug 94 noch ein weiteres geben soll.

So stand es auf jeden Fall im Telefonbuch, wo auch das Restaurant im Fussballstadion als Clubhaus Zug 94 geführt wurde.

Beschriftung ausgetauscht
Die italienischen Vorgänger von Carmen Hitz hatten auf die Situation eher defensiv reagiert und das Clubhaus flugs umgetauft – zum «Interclub». Das wiederum passte Kurt Staub nicht.

Er ist als Präsident der Stiftung Juniorenclubhaus Zug 94 für das Gebäude verantwortlich. «Sie haben einfach die Beschriftung ausgetauscht und auch die Bierreklame», ärgert sich Staub. Er habe sich dann um die nachträglichen Bewilligungen und Bussen kümmern müssen.

Städtisches Lokal
Doch das ist Geschichte. Jetzt heisst das offizielle Clubhaus Zug 94 wieder Clubhaus Zug 94 – und steht damit nicht mehr in direkter Namenskonkurrenz zum einst inoffiziellen Clubhaus Zug 94, das wie gesagt im Stadion liegt. «Wir haben das Stadionlokal von der Stadt gemietet und verpachten es weiter», erklärt Markus Fischbacher, Vizepräsident von Zug 94, die Situation. Lange wurde es von Hans-Peter Mähr, genannt Jimmy, geführt.

Und dieser Jimmy ist, wenn man so will, auch schuld am Namenschaos. Denn begonnen hatte seine Fussball-Wirte-Karriere im echten Clubhaus – lange vor Carmen Hitz und den Italienern. Als er ins Stadionrestaurant wechselte, folgten ihm die meisten Gäste, weshalb Mähr dann auch den Namenszusatz Clubhaus Zug 94 im Telefonbuch einfügen liess. Unterdessen wurde Hans-Peter «Jimmy» Mähr hinter der Theke von Othmar Brügger abgelöst.

Nur ein Clubhaus
Für Stiftungspräsident Staub ist verständlich, dass viele Fussballer nach dem Training gleich im Stadion selber noch eins trinken wollen. «Dagegen habe ich nichts.» Doch ein Clubhaus sei es deswegen trotzdem nicht. Zumal der Verein 1994 bei der Fusion des SC Zug und des FC Zug klar entschieden habe, dass er nicht zwei Clubhäuser haben wolle.

Ländler und Paella
 Markus Fischbacher sieht in den beiden Lokalen viel mehr eine Ergänzung als eine Konkurrenz. Und Carmen Hitz unterstützt ihn in dieser Meinung: «Wir nehmen gegenseitig Rücksicht aufeinander.»

Charly Keiser

Den ausführlichen Artikel lesen am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.


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