Streit um diese Aussicht

ZUG ⋅ Das oberste Geschoss des Park-Towers sorgt weiter für Diskussionen. Eine Neubeurteilung der Situation kann nur das Parlament vornehmen.
21. August 2013, 14:29

Blick auf Parktower (links) und Uptwown.  (© Stefan Kaiser / Neue ZZ) Zoom

Blick auf Parktower (links) und Uptwown. | Stefan Kaiser / Neue ZZ

Im obersten Stock des Parktowers - 81 Meter über Boden - soll der Bevölkerung ein Raum zur Verfügung stehen, von dem die Aussicht genossen werden kann. Im 88 Quadratmeter grossen Raum mit kleiner Küche und WC sollen Veranstaltungen gesellschaftlicher und kultureller Natur wie Apéros, Lesungen, Vorträge, Versammlungen oder Vernissagen stattfinden. So will es das Zuger Stadtparlament.

Der Zuger Werner Binzegger hat bei der Stadt Ende Juli eine Petition eingereicht. Er fordert die Exekutive auf, «dafür besorgt zu sein, dass das Geschäft durch den Stadtrat und den Grossen Gemeinderat nochmals behandelt wird.» Binzegger ist der Meinung, dass eine vernünftige Auslastung kaum möglich ist. Wörtlich schreibt er: «Die Hoffnung, dass keine rauschenden Feste stattfinden würden, geht an der Realität vorbei». Binzegger fordert die Stadt auf, auf das Benützungsrecht zu verzichten und sich dieses finanziell in der Höhe von rund 1,65 Millionen Franken abgelten zu lassen.

Kontroverse Diskussion

In der Antwort, die der Stadtrat am Mittwoch publik gemacht hat, führt er aus, dass er 2012 dieses Vorhaben dem Grossen Gemeinderat unterbreitet hatte. Doch sowohl die Geschäftsprüfungskommission als auch die Bau- und Planungskommission wollten auf die öffentliche Nutzung im Parktower nicht verzichten.

Der Stadtrat kann nicht – wie es Binzegger verlangt – «auf die Angelegenheit zurückkommen». Nur das Stadtparlament kann diesen vom Stadtrat gefällten Beschluss ändern. Um dies zu erreichen, müsste eine Motion eingereicht und erheblich erklärt werden, die den Stadtrat beauftragt, den Bebauungsplan Foyer entsprechend zu ändern.

Unter den Politikern wird der Nutzen und Kosten des öffentlichen Raums im Park Tower ebenfalls kontrovers diskutiert (siehe Neue ZZ vom 5. August)

Knackpunkt: Öffnungszeiten

Zwischen der Stadt Zug und der Vermieterin Peikert Immobilien AG wird um die Betriebszeiten des obersten Stockes gestritten: Konkret will die Stadt, dass der Bevölkerung der Raum länger und häufiger zur Verfügung steht. Die Peikert will mit Rücksicht auf die Bewohner kürzere Öffnungszeiten. Die Verhandlungen laufen. Vor dem Bezug der ersten Einheiten ab April bis September 2014 muss eine Lösung gefunden sein. Ein Gang vor Gericht wird nicht ausgeschlossen.

Gemäss Dienstbarkeitsvertrag muss die Stadt Zug ebenfalls für den Ausbau des Raumes aufkommen. Fest steht bereits heute, dass der Ausbau in der Höhe von 300'000 Franken 100'000 Franken teurer wird als erwartet.

  • Das Oberste Geschoss des Park Towers soll zur öffentlichen Nutzung freigegeben werden. Das Bild zeigt die grandiose Aussicht des Towers.
 (© Werner Schelbert / Neue ZZ)
  • (© Werner Schelbert / Neue ZZ)
  • (© Werner Schelbert / Neue ZZ)

Beim Bahnhof Zug entsteht das höchste Gebäude im Kanton. Es wird 81 Meter hoch. Hier sehen Sie den Baufortschritt.

rem


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