Die Rekrutierung bleibt ein grosses Problem

ARMEE ⋅ Für den Chef der Armee, Philippe Rebord, ist klar: Das Projekt Weiterentwicklung der Armee darf nicht scheitern. Der Korpskommandant sprach in Zug darüber. Aber auch über aktuelle Sicherheitsfragen.
04. Mai 2017, 07:15

Der Chef der Schweizer Armee, Korpskommandant Philippe Rebord (60), war gestern in Zug zu Gast. Vor gut 150 Personen aus Politik, Wirtschaft, Armee, Kirche, Gesellschaft und Medien sprach er im Gewerblich-Industriellen Bildungszentrum in Zug über die Veränderungen, die im Rahmen des Projekts Weiterentwicklung der Armee (WEA) anstehen. Rebord trifft sich mehrmals pro Jahr mit Vertretern in den verschiedenen Kantonen.

Bevor Phillippe Rebord über die WEA sprach, begrüssten Divisionär Luca Caduff, Kommandant der Territorialregion 3, zu der der Kanton Zug gehört, und Sicherheitsdirektor Beat Villiger die Anwesenden. In seiner Grussadresse betonte Villiger, dass die Armee gerade jetzt stark sein müsse, auch damit verhindert werden könne, dass der Terror, der sich rund um die Schweiz entlädt, ins Land gelange. Aber auch, damit die Schweiz nicht zum Exportland für den internationalen Terrorismus werde.

Kühlen Kopf und Ruhe bewahren

Die Bedrohung durch Terror sei auch in der Schweiz real, erklärte Korpskommandant Philippe Rebord. Um diesem wirksam begegnen zu können, müsse man einen «kühlen Kopf und Ruhe bewahren». Die Schweiz könne den näherkommenden Terrorismus nicht mit einer Verdoppelung der Polizei- oder Militärkräfte stoppen. «Zu stoppen ist dieser nur durch unsere Werte», so Rebord. Und diese verteidige die Armee.

Für Rebord ist klar: «Der Auftrag lautet, wir müssen die WEA schaffen.» Allerdings kämpft der Chef der Armee mit einem relativ grossen Problem. Ihm fehlt der soldatische Nachwuchs. Er zeigte auf, dass die Schweizer Armee jährlich aus lediglich nicht mal 20 Prozent der 20-Jährigen Personal rekrutieren könne. Eindeutig zu wenig, um den Bestand von aktuell über 100 000 Mann zu halten. «Wenn wir hier nicht weitere Möglichkeiten der Rekrutierung erschliessen, sinkt der Bestand in fünf, sechs Jahren unter die Grenze von 100 000 Mann.» Für den Kanton Zug dürfte das Projekt WEA kaum spürbare Auswirkungen haben, so Rebord. Im Kanton gibt es nur wenige militärische Standorte. Dankbar jedoch zeigte sich der Chef der Armee für den starken Rückhalt, den die Armee im Kanton Zug geniesse. (haz)


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