Bossard schreibt 2015 trotz Rekordumsatz weniger Gewinn

ZUG ⋅ Der Schraubenhersteller Bossard hat im vergangenen Jahr zwar erneut einen Rekordumsatz erzielt, damit aber weniger verdient als im Vorjahr. Auf das Ergebnis drückte der starke Franken: Er schmälerte bei der Umrechnung die Erträge der ausländischen Tochtergesellschaften.

02. März 2016, 12:41
Auf die Marge drückte auch die Forderung von Schweizer Kunden nach Währungsrabatten. Pro Franken Umsatz blieb folglich weniger für das Unternehmen übrig. Der Betriebsgewinn ging trotz Rekordumsatz um mehr als 3 Prozent auf 70,3 Millionen Franken zurück. Die Rentabilität sank also.
 
Zwar betont Bossard-Chef David Dean in einer Mitteilung vom Mittwoch, dass die Rentabilität weiterhin höher sei als im Durchschnitt der Branche. Zudem liege die operative Marge weiter innerhalb der selbst definierten Zielspanne.
 
Die Anleger überzeugte dies nicht. Sie hatten eine höhere Profitabilität erwartet und folglich auch mehr Gewinn. Die Aktie verlor in einem stärkeren Markt rund 4 Prozent an Wert.
 
Das konnte auch die grosszügige Dividendenvergabe nicht verhindern. Obwohl sich die Dividende bei Bossard am Jahresgewinn ausrichtet, und dieser um fast 5 Prozent auf noch 54,5 Millionen Franken fiel, will das Unternehmen gleich viel an die Aktionäre ausschütten wie im letzten Jahr. Damit solle «ein Zeichen der Zuversicht» gesetzt werden, heisst es in der Mitteilung.

Ziel wird beibehalten

Das Unternehmen hält denn auch an seinem langfristigen Wachstumsziel fest: Bis 2020 soll die Milliardengrenze beim Umsatz geknackt werden, wie Dean an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich sagte.
 
Wegen der Frankenaufwertung sei es zwar schwieriger geworden, dies zu erreichen, räumte er ein. Es sei aber auch nicht das vorrangige Ziel, genau bis 2020 «koste es was es wolle» eine Milliarde zu erreichen.
 
Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz 656,3 Millionen Franken, wie Bossard bereits im Januar mitgeteilt hatte. Das ist rund 6 Prozent mehr als im Vorjahr und entspricht einem neuen Rekord. In mehreren Regionen habe man Marktanteile gewinnen können, heisst es weiter.

Zukauf in den USA

In Amerika schnellte Bossards Umsatz um über einen Drittel in die Höhe. Der Grund hierfür ist eine Übernahme: Vergangenes Jahr kaufte Bossard das US-Unternehmen Aero-Space Southwest, das unter anderem die Luft- und Raumfahrtindustrie beliefert.
 
Mit dem Kauf hat Bossard einen Fuss in die Tür zur Luft- und Raumfahrtbranche bekommen. Und Dean sieht dort Wachstumsmöglichkeiten. Zwar sei die Aerospace-Branche weitgehend Neuland für Bossard, sagte er an der Bilanzmedienkonferenz. Das Segment sei zudem anspruchsvoll und gleiche einem «geschlossenen Club». Die Anstrengungen würden nun aber intensiviert.
 
Viel verspricht sich der Bossard-Chef auch von der Elektromobilität. In dieser Branche hat das Unternehmen mit Tesla bereits einen Grosskunden. Mit diesem liefen die Geschäfte im vergangenen Jahr gut. Und im laufenden Jahr könnte es noch besser werden: Denn wegen Teslas neu lanciertem Wagen, dem SUV «Model X», könnten die Produktionszahlen steigen.
 
Beim Tesla-Herausforderer Faraday Future, der im Januar seinen aufsehenerregenden Prototypen vorgestellt hatte, ist Bossard zudem in die Entwicklungspläne involviert. «Es gibt begründete Hoffnungen, dass sich daraus mittel- bis längerfristig eine ähnlich interessante Kooperation mit entsprechenden Geschäftsvolumen ergibt wie bei Tesla», sagte Dean.
 

sda


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