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Hobbyfischer auf dem Ägerisee können aufatmen

ÄGERITAL ⋅ Rund acht Jahre haben Unklarheiten über die Fischereirechte auf dem Ägerisee angehalten. Nun haben der Besitzer alter Rechte und die beiden Gemeinden am See eine Lösung gefunden. Es war eine Einigung um «fünf nach zwölf».

Der Berufsfischer Hanspeter Merz ist Inhaber von alten Fischenzen (Fischereirechten) auf dem Ägerisee. Er hatte den bestehenden Vertrag mit der Einwohnergemeinde Oberägeri auf Ende 2014 gekündigt.

Seit 2008 wollte Merz den Vertrag neu verhandelt haben, wie er vor drei Wochen gegenüber der Neuen Zuger Zeitung sagte. Dies aus zwei Gründen: Er erhalte nur rund 35 Prozent der Patenteinnahmen und trage die Kosten für die Fischbrut, von der aber alle Fischer auf dem See profitieren würden. nachdem er immer wieder vertröstet worden sei,  habe er sich zur Kündigung des Vertrags entschlossen.Dies mit der Auswirkung, dass Sport- und Hobbyfischer im Obersee nur noch bis Ende vergangenen Jahres ihre Angeln in den betroffenen rund 70 Prozent des Ägerisees auswerfen durften.

Lösung für die nächsten 15 Jahre

Die beiden Einwohnergemeinden Oberägeri und Unterägeri haben nun mit Hanspeter Merz eine Einigung erzielt, wie sie in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben. Die Grenze der Fischenzen von Hanspeter Merz wurden demnach neu geregelt und auf den Obersee begrenzt, die im Grundbuch festgehaltene Last auf den Unterägerer Fischereirechten auf dem Untersee wird gelöscht. Die Patentgebühren bleiben vorerst auf dem gleichen Niveau stehen. Ab 2017 werden sie leicht erhöht.

Ebenfalls wurden im neuen Vertrag die Verteilung der Patenteinnahmen und die gemeindliche Unterstützung für die durch Hanspeter Merz betriebene Fischbrut und Aufzucht neu geregelt, die neu nur noch vom Berufsfischer und nicht mehr in Zusammenarbeit mit dem Fischerverein Ägerisee betrieben wird. 

Der Vertrag ist rückwirkend per 1. November 2015 in Kraft getreten und bis 31. Dezember 2030 gültig. Danach gilt die stillschweigende Verlängerung um jeweils zwei weitere Jahre.

pd/cv

Fischenzen: Altverbriefte Rechte

kk. Das Recht, in einem Gewässer zu fischen, nennt man in der Schweiz auch heute noch Fischenz. Ein grosser Teil dieser Fischenzen oder Fischereirechte gehören Körperschaften. Das sind meist Kantone, Gemeinden und Genossenschaften. Doch auch Private besitzen Fischenzen. Dabei handelt es sich meistens um Berufsfischer. Es braucht Zustimmung Üblicherweise gehören ihnen diese Rechte seit Generationen, da diese jeweils weitervererbt werden.Ob Private oder Körperschaft: Es bedarf der Zustimmung des Eigentümers oder des Pächters der Fischenz, um in einem bestimmten Gewässer die Fischerei ausüben zu dürfen. Dieses Recht erwerben die Fischer dabei meist in Form eines Patents. Alle Fischer, ob Berufs- oder Sportfischer, müssen sich natürlich an die geltenden Bestimmungen der Gemeinden, Kantone oder des Bundes halten.

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