Ennetbürgen plant Reglement gegen Dauerparkierer

NIDWALDEN ⋅ Wer in Ennetbürgen mit dem Auto unterwegs ist, soll künftig eher einen Parkplatz finden. Dafür würde die Parkzeit vielerorts auf drei Stunden beschränkt. Auf dem Bürgenstock ist wohl bald Zahlen angesagt.
13. Januar 2018, 05:00

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Wer heute in Ennetbürgen einen Parkplatz sucht, muss sich weder mit Parkscheiben noch mit Parkuhren herumschlagen. Anders als vielerorts ist das Parkieren in der ganzen Gemeinde unbeschränkt möglich, abgesehen von einigen wenigen Plätzen beim Gemeindehaus und beim Regenloch nahe der Schiffstation. Doch nun plant die Gemeinde ein Parkplatzreglement, über das sie die Bevölkerung am kommenden Donnerstag informiert (siehe Hinweis unten). Es sei Zeit für eine Regelung, sagt Gemeinderat Franz Mathis: «Wir hatten zunehmend gewisse Engpässe beim Parkieren.» Gerade vor dem Gemeindehaus hätten Ennetbürger, die bei der Gemeinde etwas zu er­ledigen hatten, oft keinen Platz mehr gefunden. «Mit der geplanten Beschränkung der Parkzeiten auf gewissen Feldern erhoffen wir uns, dass diese weniger blockiert werden», erklärt der Gemeinderat.

Als Mittel dazu sind vor allem Parkscheiben vorgesehen: Auf 21 Parkplätzen rund um das Gemeindehaus könnte damit künftig nur noch für maximal drei Stunden am Stück parkiert werden. Dazu kommen 20 Parkplätze auf dem öffentlichen Platz beim Regenloch. Beim öffentlichen Parkplatz Honegg auf dem Bürgenstock ist dagegen eine Parkuhr geplant. Die Parkzeit auf den 75 Parkplätzen soll weiterhin unbeschränkt bleiben. Ab zwei Stunden fällt jedoch eine Gebühr an, ansteigend von 1 Franken bis zu 8 Franken für 24 Stunden.

Man verzichte bewusst darauf, sämtliche öffentlichen Park­plätze in Ennetbürgen zu be­wirtschaften, sagt Franz Mathis. «Rund um das Gemeindehaus bleiben 14 Parkplätze unbeschränkt und gratis nutzbar. So können wir auch Park-and-ride-Möglichkeiten anbieten für Leute, die den Bus nehmen.» Wer zwingend darauf angewiesen ist, auf öffentlichen Parkplätzen längere Zeit zu parkieren, soll künftig beim Gemeinderat eine Dauer­parkkarte beantragen können. Diese soll 300 Franken pro Jahr kosten und zum Parkieren auf einem von zehn Parkplätzen beim Regenloch berechtigen.

«Parkieren ist immer ein emotionales Thema»

Die Reaktionen in der Vernehmlassung mit Parteien und Kommissionen seien sehr unterschiedlich ausgefallen, sagt Mathis. «Da wurde alles gefordert, von gar keiner Bewirtschaftung bis zur Bewirtschaftung sämtlicher Parkplätze in Ennetbürgen.» Entsprechend gespannt ist er auf die Rückmeldungen aus der Bevölkerung. «Parkieren ist immer ein emotionales Thema», weiss der Gemeinderat aus Erfahrung. «Gerade die Pläne für den Parkplatz Honegg werden sicher zum einen oder anderen Votum führen.»

Der Reglementsentwurf ist bereits auf der Webseite der Gemeinde aufgeschaltet. Er sei noch keineswegs in Stein gemeisselt, betont Franz Mathis. «Wir wollen etwas machen, das von der Mehrheit der Bevölkerung getragen wird.» Im Frühling soll das neue Reglement dann vor die Gemeindeversammlung kommen. Sagen die Ennetbürger Ja, braucht es noch die Genehmigung des Regierungsrats. Und frühestens ab Herbst 2018 könnte dann auch in Ennetbürgen beim Parkieren zuweilen die Parkscheibe oder das Portemonnaie gezückt werden müssen.

Hinweis
Die Informationsveranstaltung fin­det am Donnerstag, 18. Januar, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Ennetbürgen statt.


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