Flexibles Tempolimit auf der A14 zwischen Buchrain und Luzern

AUTOBAHN ⋅ Regelmässige Staus und Unfälle machen die A14 zwischen Buchrain und Luzern zum Ärgernis. Nun will der Bund mit neuen Anzeigetafeln den Verkehr verflüssigen.
08. April 2017, 08:37

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

«Auf der A14 Richtung Luzern Stau wegen eines Unfalls»: Wer die Verkehrsmeldungen im Radio regelmässig hört, dem ist dieser Satz wohl vertraut. Tatsächlich gibt es keinen anderen Ort im Kanton Luzern, wo es derart häufig kracht wie auf der Autobahn zwischen Buchrain und Luzern. Die neusten Unfallzahlen der Luzerner Polizei stammen von 2015 – damals gab es insgesamt 26 Unfälle auf der A14.

Beim Bundesamt für Strassen (Astra) hat man das Problem A14 schon länger erkannt, doch Massnahmen gab es bisher nur punktuell. Das soll sich in absehbarer Zeit aber ändern. Die Lösung heisst «Geschwindigkeitsharmonisierung». Hinter dem klobigen Begriff versteckt sich die Idee, den Verkehr mittels flexibler Temposteuerung flüssiger zu halten. Wer heute auf der A14 Richtung Luzern fährt, muss kurz vor der Verzweigung Rotsee relativ abrupt von 120 auf 80 Stundenkilometer drosseln. Wegen des «Handorgel-Effekts» kommt es dann oft zu gefährlichen Rückstaus. Der grösste Teil der Unfälle auf der A14 sind denn auch Auffahrunfälle.

Automatisch oder manuell gesteuert

Das Astra plant deshalb, bei grossem Verkehrsaufkommen das Tempo schon früher zu reduzieren, etwa bereits in Buchrain. Die Astra-Filiale in Zofingen bestätigt auf Anfrage diese Pläne. Einen genauen Zeitplan für die Umsetzung gebe es aber noch nicht. Ebenfalls noch nicht definiert ­ ist, ob das dynamische Tempo­regime auf der ganzen Länge zwischen Rotkreuz und Luzern angewendet werden soll oder nur auf einem Teilstück.

Flexible Tempolimiten erfordern neue elektronische Anzeigetafeln, die jeweils die aktuell geltende Geschwindigkeit signalisieren. Die Tafeln können entweder manuell von der Verkehrsleitzentrale aus gesteuert werden oder automatisch ab einer bestimmten Verkehrsmenge. Gemäss eines Leitfadens, den das Astra für elektronische Temposchilder herausgegeben hat, ist es zentral, das Tempo in kleinen Schritten zu senken – etwa von 120 auf 100 und dann auf 80. Nur so könne die gewünschte Wirkung eines besseren Verkehrsflusses erreicht werden.

Höchste Stauzunahme in der Schweiz

Die Anzeigetafeln können aber nicht nur als Temposignale dienen, sondern bei Bedarf auf aktuelle Gefahren (Stau, Baustelle, Schleudergefahr, gesperrte Spuren) hinweisen. Das System ist schon auf diversen besonders verkehrsreichen Autobahnabschnitten der Schweiz in Betrieb, auch in der Region Luzern. So beispielsweise auf der A2 zwischen Emmen und Luzern sowie zwischen Kriens und Horw. Auch die A1 zwischen Wiggertal und Härkingen ist damit ausgestattet.

Mit den flexiblen Tempolimiten auf der A14 will das Astra aber nicht nur die Unfallzahlen senken, sondern auch die Staus reduzieren. Denn selbst wenn nichts passiert, stockt der Verkehr auf der A14 zu Pendlerzeiten praktisch täglich. Im Jahr 2015 standen die Fahrzeuge während total 500 Stunden im Stau. Das ist eine Zunahme von mehr als einem Drittel gegenüber 2014 und die höchste Zunahme von allen Schweizer Autobahnen.


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