In eigener Sache

Luzerner Zeitung wird Teil eines neuen Medienunternehmens

JOINT VENTURE ⋅ Die AZ Medien und die NZZ-Mediengruppe, zu der auch die Luzerner Zeitung AG gehört, führen ihr regionales Mediengeschäft in einem Joint Venture zusammen, an dem beide zur Hälfte beteiligt sind. Gemeinsam wollen sie die regionale Publizistik in der Deutschschweiz stärken und die digitale Transformation vorantreiben.
Aktualisiert: 
07.12.2017, 13:00
07. Dezember 2017, 08:00

Die AZ Medien und die NZZ-Mediengruppe bündeln ihre Kräfte und gründen ein eigenständiges Medienunternehmen mit starker regionaler Verankerung. Laut einer Medienmitteilung vom Donnerstag wird das neue Unternehmen mit den Regional-Zeitungen und -Onlineportalen sowie Radio- und TV-Stationen beider Unternehmen und den Zeitschriften der AZ Medien rund 2 Millionen Personen in der Deutschschweiz erreichen. Zu den AZ Medien gehören unter anderem  Aargauer Zeitung, Solothurner Zeitung, bz Basel, Oltner Tagblatt und Limmattaler Zeitung. Die  NZZ-Regionalmedien umfassen die LZ Medien in der Zentralschweiz (u. a. Luzerner Zeitung und Regionalausgaben) und die Tagblatt Medien in der Ostschweiz (u.a. St. Galler Tagblatt, Thurgauer Zeitung, Toggenburger Tagblatt). 

Medienunternehmen mit 2000 Mitarbeitenden

Mit knapp 500 Millionen Franken Umsatz und 2000 Mitarbeitenden wird es zu den führenden Medienunternehmen der Schweiz zählen. So sichern beide die Unabhängigkeit und Weiterentwicklung all ihrer regionalen Medienmarken in einem herausfordernden Marktumfeld.

Ziel des Joint Ventures ist es, langfristig in die Weiterentwicklung der Marken und Produkte zu investieren, mit Innovationen die digitale Transformation zu forcieren und damit das Regionalmediengeschäft in die Zukunft zu führen. «Die AZ Medien und die NZZ-Regionalmedien legen beide ihren strategischen Fokus auf die Publizistik und sind einer liberalen Grundhaltung verpflichtet. Gemeinsam können wir unsere Reichweite erhöhen und Grössenvorteile erzielen. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Medienunternehmen, dessen Nachhaltigkeit durch die NZZAktionäre und die Familie Wanner gewährleistet ist», betont Etienne Jornod, Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe. 

«Regionalmedien leisten in der föderalistischen, direktdemokratischen Schweiz einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung. Gemeinsam gründen wir ein breit aufgestelltes, wettbewerbsfähiges Medienunternehmen, das die nötige Finanzkraft hat, um in die Zukunft zu investieren», ist Peter Wanner, Verleger der AZ Medien, überzeugt.

Je zur Hälfte beteilligt

An der neuen Aktiengesellschaft sind die beiden Medienunternehmen zu gleichen Teilen beteiligt. Die NZZ-Mediengruppe und die AZ Medien haben sich auf eine gemeinsame Führung des Joint Ventures geeinigt.

  • Der Verwaltungsrat soll von Peter Wanner präsidiert werden.
  • Jörg Schnyder, derzeit Finanzchef und Vorsitzender der Unternehmensleitung a. i. der NZZ-Mediengruppe, wird Vizepräsident und Leiter des Finanzausschusses.
  • Pascal Hollenstein, aktuell Leiter Publizistik der NZZ-Regionalmedien, verantwortet als publizistischer Leiter sämtliche Zeitungstitel des neuen Medienunternehmens.
  • Axel Wüstmann, aktuell CEO der AZ Medien, wird CEO des Joint Ventures.
  • Jürg Weber, derzeit Leiter der NZZ-Regionalmedien, wird stellvertretender CEO.

Zum neuen Unternehmen gehören alle Einheiten der AZ Medien mit Ausnahme von Watson. Die NZZ-Mediengruppe integriert ihr gesamtes Regionalmediengeschäft in das Joint Venture. Auch die Druckereien beider Unternehmen werden Teil davon. Sämtliche Mitarbeitenden und Führungskräfte dieser Bereiche der beiden Unternehmen gehen in das neue Unternehmen über.

Konzessionierte Radio- und TV-Sender nicht dabei

Nicht Bestandteil sind die Geschäftsbereiche NZZ Medien und Business Medien der NZZ-Mediengruppe sowie die konzessionierten Radio- und TV-Sender beider Unternehmen. 
Das Joint Venture arbeitet partnerschaftlich mit der NZZ-Mediengruppe zusammen und bezieht unter anderem deren Technologie-Dienstleistungen. Über die finanziellen Einzelheiten haben die Partner Stillschweigen vereinbart. 

Am Donnerstagmittag haben Peter Wanner, Verleger der AZ Medien, Etienne Jornod, Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe, Pascal Hollenstein, Publizistischer Leiter des Joint Ventures sowie Axel Wüstmann, CEO des Joint Ventures, eine Pressekonferenz im Landesmuseum in Zürich abgehalten. «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zu handeln, damit die regionalen Medien auch in Zukunft aus einer Position der Stärke agieren können», begründete Etienne Jornod den Entscheid, ein Joint Venture zu gründen. Weiter führte er aus, dass nach zehn  Jahren die AZ Medien die Möglichkeit hätten, den Anteil der NZZ-Mediengruppe zu kaufen. 

Auf die Frage, wieso das Online-Portal Watson nicht ins neue Medienunternehmen aufgenommen wird, antwortet AZ-Verleger Wanner: «Watson ist ein Start-Up und ein solches Unternehmen braucht Freiheit». Dass Watson jedoch später zum Joint Venture dazu stossen würde, hält Wanner für «denkbar».

Die Verträge für das Joint Venture sind unterzeichnet, nun folgt der Antrag an die Wettbewerbskommission. Diese kann dem partiellen Zusammenschluss der Medienhäuser zustimmen, ihn mit Auflagen verbinden oder ablehnen. «Bis dieser Entscheid gefallen ist, werden die Unternehmen weiterhin autark geführt», erklärt Axel Wüstmann, CEO des Joint Ventures.

bac/spe/nop

Video: Medienkonferenz zum Joint Venture der NZZ-Mediengruppe und der AZ Medien

Die AZ Medien und die NZZ-Mediengruppe, zu der auch die Luzerner Zeitung AG gehört, führen ihr regionales Mediengeschäft in einem Joint Venture zusammen, an dem beide zur Hälfte beteiligt sind. Darüber haben Peter Wanner, Verleger der AZ Medien, Etienne Jornod, Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe, Pascal Hollenstein, Publizistischer Leiter des Joint Ventures sowie Axel Wüstmann, CEO des Joint Ventures am Donnerstagmittag eine Medieninformation abgehalten. (AZ Medien / NZZ, 07.12.2017)

Video: Zusammenarbeit NZZ-Mediengruppe und AZ Medien

Die AZ Medien und die NZZ-Mediengruppe wollen ein Joint Venture gründen und ihr regionales Geschäft zusammen führen. Jürg Weber, Leiter der NZZ Regionalmedien und zukünftiger Stellvertreter des neuen Unternehmens erklärt, was dies für die Zentralschweiz bedeutet. (Tele 1, 8. Dezember 2017)



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