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Manuela Weichelt: «Ich spende das ganze Jahr über»

LZ-WEIHNACHTSAKTION ⋅ Die alljährliche LZ-Weihnachtsaktion beginnt am Dienstag. Hierbei wird Geld für Bedürftige in der Zentralschweiz gesammelt wird. Den Startschuss gibt dieses Jahr die Zuger Frau Landammann Manuela Weichelt-Picard.

Frau Weichelt, Sie sind die diesjährige Gastreferentin beim Startanlass zur LZ-Weihnachtsaktion, bei der Geld gesammelt wird, um Familien und Einzelpersonen in der Zentralschweiz zu helfen. Was bedeutet Ihnen dieser Auftritt?

Viel. Ich habe mich sehr über die Anfrage gefreut. Denn: Die Zentralschweiz muss auch für weniger gut betuchte, ärmere Menschen und vom Schicksal getroffene Familien Heimat sein und bleiben. Dazu braucht es nicht nur staatliche Unterstützung, sondern Solidarität von uns allen. Finanzielle Not und Armut sind hierzulande oft ein Stigma und darum unsichtbar. Das heisst aber nicht, dass dies in der reichen Schweiz nicht existiert.

Im letzten Jahr wurde ein Spendenrekord erreicht. Erwarten Sie dieses Jahr eine ähnlich grosse Teilnahme und Grosszügigkeit?

Ich mache keine Prognose. Aber ich freue mich über jeden Franken, der an den richtigen Ort kommt. Und dafür ist dank der professionell organisierten Aktion, bei der jedes Gesuch sorgfältig geprüft wird, gesorgt. Der Wert dieser Aktion misst sich für mich allerdings nicht ausschliesslich an der Höhe der Summe, die gespendet wird, sondern am Zeichen, das man setzt. Menschen helfen Menschen, zeigen Mitgefühl und übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Das ist die Botschaft!

Was bedeutet Ihnen die Weihnachtszeit? Ist es auch für Sie eine Zeit, in der man sich verstärkt darauf besinnt, zu helfen oder zu teilen?

Solidarität mit Menschen, die unverschuldet oder überraschend in Not geraten sind – sei es durch Krankheit, einen Todesfall in der Familie oder sonst ein trauriges Schicksal –, ist für mich das ganze Jahr hinweg wichtig und zählte schon immer zu meinen Werten. Entsprechend ist für mich Solidarität auch ein Kompass in meinem Amt als Frau Landammann. Jeder Kanton muss immer wieder Einnahmen und Ausgaben überprüfen. Wichtig ist für mich, dass dies nicht auf Kosten der Schwächsten geschieht.

Spenden Sie persönlich auch in dieser Zeit?

Ich spende das ganze Jahr über. Und ich spende gerne. Es ist ein Privileg, wenn man geben kann. Was man nicht vergessen darf: Von dieser Aktion profitieren auch viele Working Poor, also Menschen, die trotz Vollzeitstelle an der oder unter der Armutsgrenze leben. Dies ist besonders bitter. Diese sogenannte Erwerbsarmut hat sich in der Schweiz in der Vergangenheit akzentuiert. Etwa in der Gastronomie, auf dem Bau, im Reinigungssektor, in der Pflege und im Detailhandel.

Was wünschen Sie sich für diesen Advent?

Entschleunigung und Besinnung und dass wir das Gegenüber noch besser wahrnehmen. (lb)